Philosophie-Olympiade 2026

Bei der Philosophie-Olympiade 2026 nahmen vier philosophieinteressierte Schülerinnen teil: Hannah Birklhuber (7A), Christina Hofer, Flora Waldhäusl (beide 7B) und Antonia Neubauer (8B). Die vier Schülerinnen mussten zu einem der folgenden vier Zitate einen philosophischen Essay schreiben:

 

1. „Wie? Ist der Mensch nur ein Fehlgriff Gottes? Oder Gott nur ein Fehlgriff des Menschen?“ (Friedrich Nietzsche)
2. „Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“ (Karl Popper)
3. „Milliarden Menschen widmen alle ihre Kräfte einer Erweiterung unserer Möglichkeiten, während nur Philosophie fragt, was wir mit diesen anfangen sollen.“ (Jan Sokol)
4. „Ist es moralisch zulässig, Hilfsbedürftige abzuweisen, weil wir fürchten, dass ihre Anwesenheit unsere Kultur und Lebensweise verändern würde? Ist die Bewahrung der Kultur ein hinreichender Grund? Ist es moralisch zulässig, Asylsuchende abzuweisen, wenn unser Lebensstandard aufgrund ihrer großen Anzahl sinken würde? In welchem Maß muss der Lebensstandard sinken, damit dies als moralisch zulässiger Grund dafür angesehen werden kann, die Grenzen für Verfolgte, Hilfsbedürftige und Unterdrückte zu schließen?“ (Seyla Benhabib)

 

Die Essays der vier Schülerinnen wurden von einem Team aus PuP- und D-Lehrer*innen der Schule bewertet. Dabei stellten sich die Essays von Antonia Neubauer und Hannah Birklhuber als die zwei besten Essays heraus, die bei einer schulinternen Siegesfeier am 05.02.2026 prämiert wurden.

 

Antonia schrieb über das 2. Zitat von Karl Popper über Toleranz. Sie stellt in ihrem Essay unter anderem fest: „Toleranz ist ein Grundbestandteil unserer Gesellschaft. Sie macht das friedliche Zusammenleben möglich und lässt unterschiedliche Denkweise parallel existieren.“ Antonia geht in ihrem Text aber auch der Frage nach, wie lange man Meinungen, die offen gegen Toleranz und Inklusion sprechen, tolerieren soll, und kommt zu dem Schluss: „Hellhörig sollte man aber werden, wenn sich die Meinung nur als solche tarnt und eigentlich mehr Inhalt einer intoleranten Ideologie ist. Deshalb muss man nicht nur mit Gegenargumenten, sondern auch mit Gesetzen durchgreifen, um Intoleranz zu vermeiden.“, denn: „Intoleranz öffnet Türen, die lieber geschlossen bleiben sollten. Wenn man gleichgültig bleibt, dauert es nicht lange, bis man selbst Opfer des Systems wird.“

 

Hannah hingegen wählte das 4. Zitat von Seyla Benhabib. Sie behauptet in ihrem Essay mit dem Titel „Mensch sein“, dass es unserer Gesellschaft an Empathie mangle: „Denn während sich andere Menschen dieser Welt mit Kriegen, Hungersnöten, Naturkatastrophen, dem Zerfall einer politischen Ordnung oder Verfolgung herumschlagen müssen, schauen wir weg. Wir hören weg, wenn wir mitbekommen wie ein rassistischer oder ausländerfeindlicher Kommentar fällt, wenn wir erfahren, dass Menschen anderer Herkunft schlechtere Chancen auf einen Arbeitsplatz erhalten.“ Hannah stellt sich die Frage, wie lange wir in diesem egozentrischen Weltbild noch verharren können, und meint: „Unsere Welt ist so konzipiert, dass wir alle auf ihr gut leben können; natürlich mit gewissen Einschränkungen wie der Einschränkung unseres Konsums, aber dafür mit der Garantie, keine hungernden, verfolgten, vom Krieg gepeinigten oder verstoßenen Menschen zurückzulassen und zu ignorieren.“

 

Gratulation allen Teilnehmerinnen für die sehr lesenswerten Essays!